

Nachdem in der Anfangsphase eine Realisierung des Formula Student Projektes beschlossen wurde, begann man mit der Recherche nach verlässlichen und umfangreichen Daten, der in Frage kommenden Motoren. So wurden beispielsweise alle Motorradhersteller kontaktiert, welche Fahrzeuge in der gesuchten Hubraumklasse bis 600 cm³ auf dem deutschen bzw. europäischen Markt im Angebot hatten. Bei dieser Recherche hatten wir das Glück, dass die „Yamaha Motor Deutschland GmbH“ uns nicht nur sämtliche benötigten Motordaten, sondern sogar ein komplettes Motorrad (Model: YZF R6 RJ05 BJ 2003-2005) anbot. Dieses Angebot nahmen wir dankend an und begannen damit, alle für uns verwendbaren Komponenten der ehemals zu Serviceschulungen eingesetzten R6, auszubauen. Somit hatten wir nicht nur den Motor als Herzstück unseres entstehenden Rennwagens, sondern weitere wichtige Komponenten wie Kühler, Airbox (für Prüfstandsversuche), Abgassystem und Antriebsstrang (letztere für Rollenprüfstandsversuche).
Jetzt konnte mit der Entwicklung eines eigenen reglementkonformen Ansaugsystems begonnen werden. So schreibt das Reglement beispielsweise vor, dass nur eine Drosselklappe verwendet werden darf, die sich vor dem Luftmassenbegrenzer (Restriktor) und der Airbox befinden muss. Hierbei wählte man den Durchmesser der Drossel mit 35mm deutlich größer als den des darauffolgenden Restriktors mit 20mm, um Strömungsverluste und Verwirbelungen der Drosselklappe auszugleichen. Aus Gründen der einfacheren Fertigung wurde die Drossel als eine zweiteilige, verschraubbare Klappe-Wellen-Verbindung konzipiert. Der Bowdenzugmitnehmer, über den die Drosselklappe gesteuert wird, wurde nichtlinear ausgelegt, um die geometrisch bestimmte geringe Flächenänderung bei großen Öffnungswinkeln zu beschleunigen.
Des Weiteren wurde das Volumen der Airbox -mit ihrer Funktion als Luftsammler, von ursprünglich seriennahen 8,9 L auf 5,75 L verkleinert, um eine bessere Agilität, also ein schnelleres Ansprechverhalten beim Öffnen bzw. Schließen der Drosselklappe zu erzielen.
Außerdem wurden die Schwingsaugrohre, welche sich zwischen Airbox und Zylinderkopf befinden, gegenüber der Serie stark verkürzt um das Drehmoment im oberen Drehzahlbereich zu erhöhen.
Nachdem alle Systemkomponenten berechnet, konstruiert und gefertigt waren, wurde das Gesamtsystem unter Verwendung des Motorsteuergerätes „MS4 Sport“ von Bosch auf dem hochschuleigenen Leistungsprüfstand appliziert und getestet.