Nach den Erfahrungen aus der Saison 2009/2010 hat sich das Ressort E&I mehr am KISS-Prinzip orientiert: âKeep it simple and straightforward.â Um das System âRennwagenâ einfach und ĂŒberschaubar zu halten, wird weniger FunktionalitĂ€t pro Baugruppe integriert und die unabhĂ€ngige Modulbauweise als eigenstĂ€ndige CAN-Knoten (auf elektrischer und mechanischer Ebene) angestrebt.
Die Neuentwicklung zieht auch einen Wechsel der Mikrocontroller-Basis nach sich. Im Zuge der Recherchen hat sich die 8-Bit Serie megaAVR von ATMEL als gut dokumentiert und technisch ausgereift erwiesen und den Sprung auf die Layouts geschafft.
Das eigenentwickelte TFT-Lenkraddisplay und der Datenlogger fielen dem Rotstift zum Opfer â zunĂ€chst Blickfang und PrĂ€sentationsobjekt, auf der Kehrseite allerdings Entwicklungszeitfresser und im Rennbetrieb mit wenig effektivem Nutzen, da der Fahrer mit dem sicheren Steuern des Fahrzeugs beschĂ€ftigt ist. Die Dashboard-Einheit DDU-Sport von Bosch ĂŒbernimmt die FunktionalitĂ€t und stellt gleichzeitig einen 2-Kanal CAN Datenlogger mit 512MB Speicher und analogen EingĂ€ngen bereit.
Die Verantwortung zur Ăberwachung der relevanten Live-Daten wird dem Boxenteam verstĂ€rkt ĂŒbertragen, so soll fĂŒr den Fahrer eine Informationsentlastung geschaffen werden. Die bewĂ€hrten 868-MHz Funkmodule werden aus dem Telemetrie-System von TOMSOI II ĂŒbernommen und die Visualisierungssoftware einer Ăberarbeitung unterzogen.
Das Embedded System fĂŒr die elektronische Ansteuerung des Motorrad-Getriebes erfĂ€hrt in der Saison 2010/2011 ebenfalls starke Ănderungen:

Der Wechsel von einer elektropneumatischen- hin zu einer elektromagnetischen BetĂ€tigung der Schaltwalze stellt völlig neue Anforderungen an die StromlieferfĂ€higkeit der Schaltung: Moderne N-Kanal MOSFETS mit RDS(on) von weit unter 10mΩ schalten mit intelligenten High-Side Treibern Ströme von ĂŒber 10A und sorgen fĂŒr geringe Schaltverluste vor dem niederohmigen, induktiven Aktuator von Magnet-Schultz.
Ein Workshop zur Kabelbaum-Verarbeitung bei Bosch hat dem Ressort E&I das nötige Wissen vermittelt, die Schutzklasse der elementaren Stromversorgung und Signalverteilung zu erhöhen. Dabei liegt das Augenmerk auf kurzen Verbindungsstrecken und knappen Querschnitten, um das Gesamtgewicht gering zu halten.